28 Mrz 2024

Unkraut oder die
Weisheit der Natur?

Löwenzahnwiese

Zum Tag des Unkrauts am 28. März

In unserer mordernen Gesellschaft, geprägt von Effizienz und Ordnung, neigen wir oft dazu, die Welt in Kategorien einzuteilen: nützlich oder nicht nützlich, wünschenswert oder unerwünscht. Dies trifft ja nebenbei gesagt sogar Tiere, von denen manche völlig unschuldig den Stempel „Nutztier“ bekommen haben und somit einer unschönen Zukunft ins Auge schauen müssen. Das ist auf jeden Fall ein Thema für sich. Aber hier soll es nun in erster Linie um die Kräuter im Garten gehen.

Unkräuter: Die unentdeckten Stars in deinem Garten

Stellen wir uns also vor: Da draußen, in den wilden Weiten unseres Gartens, führen die sogenannten Unkräuter ein Eigenleben. Sie poppen auf wie ungeladene Gäste auf einer Party, die sich weigern, den Hinweis zu verstehen, dass sie gar nicht zur Party eingeladen sind. Aber was, wenn diese pflanzlichen Party-Crasher in Wahrheit die wirklichen Stars des Abends sind? Könnte es sein, dass wir sie nur missverstanden haben?

Löwenzahn, der gelbe Rebell, wird oft als der Bösewicht in der Welt der perfekt manikürten Rasenflächen betrachtet. Aber warte mal, ist er nicht auch der Superman unter den Superfoods? Mit einem Cape aus Vitamin A, C, K, Eisen und Kalzium ist es ihm durchaus möglich, sich mutig in den Kampf gegen unsere Nährstoffmängel zu stürzen. Und dann ist da die Brennnessel, das pikante Supermodel der Wildkräuter, das uns mit einer Fülle von Nährstoffen versorgt, während es uns lehrt, lieber mit Handschuhen durchs Leben zu gehen – oder wenigstens durch die besonderen Ecken im Garten. Dies sind nur zwei Beispiele. Es gäbe noch so viel mehr.

Ökologische Superkräfte: Wie Unkräuter unseren Garten bereichern

Diese von vielen unerwünschten Grünlinge snd nicht nur die unbesungenen Helden der Nährstoffwelt, sondern auch wahre Öko-Krieger: Sie bieten ein Zuhause für Insekten, Vögel und Mikroorganismen, und zwar völlig selbstlos und selbstverständlich. Sie sind die unsichtbaren Hände, die den Boden gesund halten, die Biodiversität fördern und dafür sorgen, dass Mutter Natur stolz auf ihre Kinder sein kann.

Von der Natur lernen: Resilienz und Anpassungsfähigkeit durch Wildkräuter

Als Ernährungsberaterin mit einem grünen Herzen möchte ich dich einladen, diese Party-Stürmer in einem neuen (sorry eigentlich alten) Licht zu sehen. Sie sind nicht nur essbar, nahrhaft und heilend, sondern auch unsere Lehrmeister in Sachen Resilienz und Anpassungsfähigkeit – Qualitäten, die sich doch jeder in seinem Leben wünscht.

Ein neuer Blick auf Unkräuter: Partner statt Plage

In diesem Sinne, lasst uns endlich mit dem „Unkraut“ Frieden und Freundschaft schließen. Lasst uns ihre Geschichten, ihre Nährstoffe sowie ihre ökologischen Kräfte feiern. Vielleicht ist das ja ein erster Schritt, unsere eigene Beziehung zur Natur, und damit auch zu uns selbst, zu verändern und zu heilen.

Steckt nicht in jedem von uns ein bisschen „Unkraut“ (zwinker): Widerstandsfähig, anpassungsfähig und voller unentdeckter Talente.

Eines ist auf jeden Fall klar: in einem Garten, der Vielfalt und Resilienz feiert, gibt es keinen Platz für das Wort „Unkraut“. Nur Pflanzen, Wildkräuter, die darauf warten, verstanden und gewürdigt zu werden.

Also Handschuhe an, Lächeln ins Gesicht und auf in den Garten – es gibt viel zu entdecken und zu bewundern.

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