15 Dez 2021

„Oh Gott bin ich blöd…“

6 Tipps wie du in eine liebevollere Beziehung zu dir selbst kommst

Hand auf’s Herz: Wie oft hast du Sätze wie den oben genannten schon zu dir selbst gesagt? Auch ich muss beichten, dass ich zu denen gehöre, die ihr Tun regelmäßig in Gedanken auf diese Art kommentierten. Wir Frauen neigen dazu, uns selbst schlecht zu reden und runterzuziehen. Ich habe derartige Sätze häufig von Freundinnen und Bekannten sowie Kundinnen gehört. (Ich schließe Männer keineswegs aus! Allerdings höre ich solche Sätze einfach oft von Frauen.)

Ständig piesacken wir uns in Gedanken, und zwar ohne, dass es uns bewusst ist.

Würden wir so mit unserer besten Freundin reden? Niemals! Bei ihr verstehen und verzeihen wir vieles. Wieso gehen wir also mit uns selbst oft so hart ins Gericht?

Mir geht es hier nicht um Selbstkritik, die ihren Sinn hat und uns hilft, hinzusehen, wo wir uns tatsächlich verbessern können. Nein, es geht um Selbstsabotage. Und Selbstsabotage fängt genau da an, wo man sich immer wieder einredet, wie blöd man ist, dass man es nicht kann, dass andere es besser machen usw. Oder auch nur, wenn man ein genervtes Schnauben von sich gibt, weil man etwas nicht so gut hinbekommen hat, wie man wollte oder wie es andere schon können.

Natürlich ist man nicht jeden Tag mit sich und seinen Leistungen völlig im Reinen. Wir sind alles Menschen und somit nicht perfekt. Dennoch müssen wir unterscheiden lernen, was gut für uns und was kontraproduktiv ist.

Was kann man nun diesem inneren Negativ-Monolog und seinen Folgen entgegensetzen? Die Antwort lautet: eine gute Beziehung zu sich selbst, Selbstliebe. Ich weiß, das Wort „Selbstliebe“ ist sehr strapaziert, aber es lohnt sich dennoch, sich damit mal auseinanderzusetzen.

Mein Credo lautet schon sehr lange:

Achte auf dich selbst, denn ein anderer wird es nicht tun.

Es ist deine ureigenste Aufgabe, auf dich und deine Bedürfnisse zu achten. Und wie in jeder anderen Beziehung auch, müssen wir an der eigenen Selbstliebe immer wieder arbeiten. Sie fällt uns nicht in den Schoß.

Damit hatte ich auch so meine Probleme. Gerade in schwierigen Zeiten, in denen mir das Heft aus der Hand zu entgleiten drohte, habe ich dazu geneigt, mir dafür die volle Verantwortung zuzuschieben. Ich war oft der Meinung, dass ich wirklich alles versemmelt habe. Ein hohes Maß an Selbstkritik stand mir oft im Weg. Das hat mich peu à peu in eine Negativspirale gezogen. Bist du in einer solchen Spirale mal drin, musst du ganz bewusst wieder aussteigen. Das erfordert durchaus Kraft, aber es lohnt sich wirklich, auf diesem Weg raus aus der Spirale einen Schritt nach dem anderen zu machen.

Was also kannst du tun, um in die Selbstliebe zu kommen und damit zu einer guten Beziehung zu dir selbst?

  1. Achte auf deine Gedanken! Wenn es sich so eingeschliffen hat bei dir, dass du diesen inneren Negativ-Monolog führst, mach ihn dir erstmal bewusst. Vielleicht wirst du sogar überrascht sein, was da los ist bei dir.
  2. Möglicherweise kommt es dir komisch vor, dich selbst zu lieben (was wirklich schade ist, denn du BIST liebenswert, das weiß ich). Dann versuch es erstmal damit, dich selbst zu mögen und anzuerkennen, dass du vollkommen in Ordnung bist – so wie du bist.
  3. Sei mitfühlend mit dir. Du darfst auch mal schwach sein, das gehört zum Menschsein dazu. Dann nimm Rücksicht auf dich und sei verständnisvoll. Vernichte dich nicht mit Selbstkritik, sondern schau, was gelungen ist und lass dir etwas Zeit für das, was noch nicht gelungen ist.
  4. Geh in dich und versuche herauszufinden, was deine Bedürfnisse sind. Vielleicht magst du sie dir aufschreiben? Und dann achte darauf, deine Bedürfnisse wahr- und ernstzunehmen. Nur so ist es dir auch möglich, gut für andere zu sorgen.
  5. Du bist die wichtigste Person in deinem Leben. Also mach Sachen, die du machen möchtest und die dir guttun. Das kann sein
    – ein schönes Buch lesen,
    – eine heiße Badewanne mit vielen Kerzen und Teelichtern,
    – schöne Musik hören,
    – einen guten Film anschauen,
    – Räucherstäbchen,
    – dir schöne Blumen kaufen und in deiner Wohnung verteilen,
    – eine Tasse Kaffee oder Tee einfach zwischendurch,
    – ein Stück Schokolade,
    – deine Räume neu gestalten,
    – raus in die Natur gehen zum Wandern oder Spazierengehen,
    – tanzen
    und vieles mehr. Deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!
  6. Hier habe ich dir noch eine ganz einfache Regel, wie du dich selbst schnell beruhigen kannst. Es ist die 4711-Atemtechnik – leicht zu merken in Anlehnung an Kölnisch Wasser 😊 Atme jeweils vier Sekunden lang ein, atme jeweils sieben Sekunden lang aus und wiederhole diese Abfolge elf Mal. Du wirst staunen, wie wirksam diese kleine Atemtechnik ist. Du kannst sie immer und überall ausüben.

Und eine Bitte zum Schluss: Sei auch da mit dir geduldig und hadere nicht, wenn es dir komisch vorkommt. Eine gute Beziehung zu führen, ist ein Prozess. Dasselbe gilt auch für die Beziehung zu dir selbst. Bleib dran – es lohnt sich! Versprochen!

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